Wie entsteht eine Bildwelt?

Wie viele Webseiten besuchen wir täglich? Wie viele Bilder schauen wir auf den Seiten täglich an? Warum genau ist dieses Bild jetzt da zu sehen?

Lauter Fragen, die wir uns normalerweise nicht stellen, sondern einfach hinnehmen wie es ist. Doch irgendwoher muss ja die Idee für genau dieses Bild kommen? Und warum genau in dieser Farbe? Warum sehe ich diese Person auf einem Bild? Warum erzählt das Bild genau diese Geschichte. Sind die Personen fröhlich, oder traurig, oder unterhalten sie sich.

Das sind Fragen, welche sich der Designer bei der Erstellung einer Bildwelt stellt (stellen sollte). Professionelle Webseiten bzw. ein professionelles Corporate Design beinhaltet auch ein Konzept für die Bildwelt und Bildsprache.

Das erste was Besucher/Kunden wahrnehmen, ist die Bildwelt bzw. Bildsprache. Die Bilder erzeugen ein Gefühl und sollen so eine Aussage treffen bzw. den Besucher emotional abholen.

Wie entsteht eine Bildwelt?

Zuerst muss man sich mit der Idee für das Projekt auseinandersetzten und dann folgende Fragen stellen:

  • Was möchte ich aussagen
  • Wen soll man erreichen
  • Was für ein Gefühl will man erzeugen
  • Sollen Menschen oder nur Produkte gezeigt werden
  • Sollen Menschen mit einem Produkt gezeigt werden
  • Sollen die Menschen das Produkt zeigen oder verwenden
  • Sollen die Personen direkt in die Kamera schauen
  • Sollen nur Situation gezeigt werden
  • Soll die Farbwelt der Bilder hell, dunkel, mit Sonne oder mit Abendsonne gewählt sein

es gibt noch viel mehr Fragen, die man sich stellen muss. Hier sollte man in enger Absprache mit dem Kunden die Bildwelt und Bildsprache entwickeln.

Wie erstellt man nun eine Bildwelt?

Hier können wir nur unser Vorgehen darstellen, andere Agenturen machen dies evtl. anders.

Zuerst besprechen wir uns mit dem Auftraggeber, lernen diesen kennen und versuchen rauszufinden wie der Auftraggeber so tickt. Oft kann man die Bildwelt und Bildsprache passend zum Auftraggeber und Produkt wählen. Schließlich soll der Auftraggeber sich in seiner Bildwelt wohlfühlen und eine emotionale Bindung aufbauen. So lässt sich am Schluss das Produkt oder die Dienstleitung besser verkaufen.

Wir schauen bevor wir Bilder suchen, was die Konkurrenz für Bilder verwendet. Nichts wäre peinlicher, als wenn man die gleichen Bilder verwendet. Dies hat aber nichts mit der Bildsprache zu tun. Es ist völlig legitim, wenn man eine ähnliche Bildsprache verwenden möchte. Wobei wir davon abraten.

Warum?
Vielleicht findet man ja einen anderen (besseren) Ansatz sein Produkt oder seine Dienstleitung zu zeigen/verkaufen. Hier sollte die Individualität im Fokus stehen.

Wenn wir also die ersten Gespräche geführt haben, erstellen wir 3 unterschiedliche Bildwelten mit unterschiedlichen Attributen.
Wenn der Auftraggeber sich dann für eine Bildwelt entschieden hat, suchen wir passendes Bildmaterial in der bereits festgelegten Farbwelt heraus. Schließlich sollen im Internet nicht überall die gleichen Bilder gezeigt werden.

Viele Auftraggeber geben der Wirkung der Bildwelt nicht den größten Stellenwert. Da andere Dinge wichtiger sind. Ist verständlich, sollte aber denn noch nicht ein Grund sein, keine professionelle Bildwelt zu entwickeln.

Schließlich ist das erste was der Besucher macht, die Bilder anzuschauen. Wenn die Bildwelt nicht einlädt weiter zu schauen, wird der Kunde abspringen und evtl. zur Konkurrenz gehen wo er sich wohler fühlt.

Kleiner Pro-Tipp:
Nicht die Bilder auf der ersten Seite nehmen. Viele Agenturen gehen nicht weiter als auf Seite 3 bei den Stockbildanbietern (kostet ja Zeit). So wiederholen sich viele Bilder im Internet. Wenn man hier die eine oder andere Stunde mehr Zeit einplant, wird auch die Bildwelt individueller!